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Ziemlich Beste Freunde

Der vierte Film, der der Zusammenarbeit von Eric Toledano und Olivier Nakache entspringt ist schlicht und ergreifend „saugut“. Durch den Kinotrailer aufmerksam gemacht, ging es an einem verregneten Freitagnachmittag ins Dortmunder „Cinema“, wo man sich dieses kleine Stückchen Erzählkunst ansehen durfte. Wobei man dazu sagen muss, dass der Film mit seinen knapp zwei Stunden Laufzeit und seinem bahnbrechenden Erfolg in Frankreich, zur Zeit zweiterfolgreichster Film, deswegen kaum noch als „klein“ bezeichnet werden kann.
„Ziemlich beste Freunde“ erzählt die Geschichte von Philippe (Francois Cluzet) und Driss (Omar Sy). Zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich auf normalem Wege wahrscheinlich niemals kennengelernt hätten. Würde Philippe nicht querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzend wieder einmal einen Pfleger suchen und wäre Driss nicht nicht auf diesen Job ausgewesen, sie wären sich wahrscheinlich nicht einmal begegnet. Obwohl beide in Paris leben. Philippe in seiner Stadtvilla und Driss in einem der berüchtigten Vororte, die mehr schon Slums sind als etwas anderes. Doch sie treffen sich und daraus entspinnt sich eine der herzlichsten, lustigsten und echtesten Geschichten, die in den letzten Jahren über die Leinwände der Länder flackern durfte. Und das beste daran ist, er ist von einer wahren Geschichte inspiriert. Etwaige böse Zungen, die den Film als Wunschdenken an das Gute im Menschen abstempeln wollen, kann somit entgegen gehalten werden.
Aber was macht denn „Ziemlich beste Freunde“ so besonders? Und ist der Film auch was für Leute, die bei französischen Filmen von vornherein dichtmachen?
Die erste Frage lässt sich eigentlich völlig simpel beantworten. Er ist echt. Auch wenn er größtenteils in der Welt eines superreichen alten Franzosens spielt, kauft man ihm jede Minute ab. Die Figuren agieren menschlich und vor allem Omar Sy spielt seinen Driss derart symphatisch, dass ihm innerhalb der ersten 10 Minuten die Herzen wahrscheinlich nur so zufliegen. Ohne, dass die Moralkeule geschwungen wird, wird die Herkunft des jungen Senegalesen gezeigt, wie man sich seiner Perspektiven beraubt im Pariser Vorort morgens zum rauchen und trinken mit Freunden trifft, den Tag rumbringt und abends frustriert von Stagnation wieder nach Hause begibt. Und trotz diesen Hintergrunds macht der Film wirklich Spaß, den Driss ist kein Märtyrer. Driss ist neben eigenen Nöten vor allem Lebensfreude und die versteht er auch in dem verbitterten Philippe wieder zu wecken, der in seiner wuchtigen Villa von Hausangestellten, Betroffenheit heuchelnden Verwandten und Mitleid umgeben ist.
Der Film macht Spaß, weil er echte Freundschaft und die Freude, die sie Menschen bereitet, feiert. Und das ohne hollywoodesken Hochglanz und viel Tamtam (trotz Maserati).
Und ja, auch Frankophobe können sich den Film getrost anschauen.
„Ziemlich beste Freunde“ ist schon jetzt einer der Top-Filme 2012 .