Himmlisches Skyrim!
Land im Norden Tamriels, wo jeder Dritte einen am liebsten tot sehen will, egal ob es ein Bär, ein Bandit oder ein Drache ist.
Skyrim, Heimat der xenophoben Nords, die ihre dunmerischen Einwanderer lieber in Ghettos stecken als sie zu integrieren und die krummen Schwerter der Krieger aus Hammerfell mehrfach erwähnenswert finden.
Himmelsrand, wo selbst Schneegestöber so ansprechend ist, dass man am liebsten den nächsten Urlaub in Grönland machen möchte.
Herrlich.
Über Bethesdas neues Meisterwerk wollte ich eigentlich erst etwas schreiben, wenn ich es wenigstens einmal durchgspielt habe und nun sind schon fast 2 Monate vergangen und ich habe die Hauptquest noch immer nicht annähernd abgeschlossen.
(Zugegeben, leisten konnte ich mir das Spiel sowieso erst einen Monat nach Release)
Aber jetzt ist Schluss, ich muss mich dem globalen Gebrabbel über die Geschichte des Drachenbluts anschließen. Und überspringe dabei das übliche Blabla, worum es in dem Spiel geht, da es in Spielerkreisen wahrscheinlich niemanden mehr gibt, der das noch nicht weiß.
Skyrim kann viel vorweisen.
Selten wird in einem Spiel eine solch bombastisch große Geschichte erzählt. Noch seltener kann man ihr auch tatsächlich komplett folgen. Umgebung, Charaktere und Geschichte passen wie die Faust aufs Auge und bilden eine schöne, dichte Atmosphäre, die einen regelrecht absorbieren kann. Mal eben für ein Stündchen zu zocken ist praktisch unmöglich, wenn nicht sogar absurd. Es soll Spieler geben, die sich jenseits aller Quests damit vergnügen können, stundenlang in den Wäldern des rauhen Landes umherzupirschen und sich als Jäger und Sammler betätigen. Hab ich gehört.
Andere verbringen 80% ihrer ohnehin hohen Spieldauer mit Schlösserknacken und Taschendiebstählen oder lesen jedes Buch das ihnen unter die behandschuhten Finger kommt. Wieder andere versuchen vergeblich ihren „aus Versehen“ geehelichten Partner von sich „scheiden“ zu lassen und verzweifeln über das plötzliche Desinteresse des anderen Geschlechts.
Himmelsrand-Politik wird in manchen Kreisen sogar hitziger diskutiert als eine Wulff-Affäre.
Oh ja, Skyrim bietet einem viel, Verzweiflung über viel zu krasse Gegner inbegriffen (wenn man ,wie ich, zu ehrgeizig ist, den Schwierigkeitsgrad runterzusetzen und auf Leicht weiterzuspielen).
Die Frage ist, gibt es zur Zeit ein Spiel, welches dem fünften Teil der Elder Scrolls-Reihe Konkurrenz machen kann oder ist das von Haus aus nur eine rethorische Frage?
Fakt ist, dass auf dem Gebiet der Fantasy-Rollenspiele wohl so manchem Konkurrenten die Luft etwas dünn wurde. Diese stimmige TSE-Fortsetzung vermittelt den Eindruck einer rundum runden Sache. Was Idee und Umsetzung betrifft, wäre ich persönlich nicht in der Lage auf irgendwas den Finger zu legen und einen Verbesserungsvorschlag zu machen. Vielleicht bin ich zu unkritisch, mag sein. Aber fast alle Widrigkeiten, die mir persönlich im Spiel begnet sind, kann ich auf mein mieses Spielverhalten rückführen und haben nichts mit fieser Spieleentwicklung zu tun.
Stören tuen Kleinigkeiten, wie unpassend gesprächige Wegbegleiter, die gerne in Unterhaltungen reinquatschen, die man nicht noch einmal hören kann und eigentlich immer zu einem Quest gehören. Oder die einem nach der dritten Dwemerruine erzählen, sie wären noch in einer gewesen.
Genauso verwirrend können Figuren sein, die anscheinend zwiespältige Gefühle für die Spielerfigur hegen. Sprich, einen erst beleidigen und dann beteuern, dass es immer schön ist einen zu sehen, weil man für die eine Quest Geld bei ihnen eintreiben musste und in einer anderen ihnen Edelsteine für den Verlobungsring besorgte.
Oder wenn es um die in Himmelsrand vertretenden Fraktionen der Sturmmäntel und der kaiserlichen Armee geht, dass einem im Prinzip nur die Wahl zwischen Pest und Cholera bleibt. (Wiederum eine nette Erkenntnis fürs spätere Leben, deutsche Politik ist da nicht sehr anders gestrickt)
Aber wenn man ehrlich ist, ist das nur Nörgeln auf hohem Niveau und ich kann für mich persönlich sagen, dass zur Zeit kein anderes Fanatasy-Rollenspiel The Elder Scrolls V: Skyrim das Wasser reichen kann. Wer weiß, vielleicht in einem Jahr, vielleicht in zwei. Aber nicht jetzt.
(Ab März muss ich eh in Mass Effect 3 die Welt vor einer Invasion retten.)
sehr schön beschrieben. wobei man aber natürlich nörgeln könnte das die Nords generell als xenophob betitelt werden, wo man doch durchaus welche auf allen möglichen Seiten irgendwelcher Konflikte finden kann. Die Abneigung gegen andere Rassen bezieht sich ja hauptsächlich auf Elfen, wegen vorhergehender Kriege. Das könnte man natürlich als übertrieben nachtragend bezeichnen, aber so ist das nun mal mit dem gemeinsamen Geist eines Volkes; Er denkt langsam…
Den Rest kann ich nur unterschreiben, er spricht mir aus der Seele. Manchmal einfach im Spiel anhalten und das virtuelle Nordlicht bestauen, herrlich.
Ich habe mich allerdings nicht verheiratet, weswegen ich den Wunsch auf Scheidung nicht verstehen kann. Wie kommts?